Mitteilung der ZIEMANN GRUPPE

Bargeldversorgung in Not- und Krisenfällen

Ein Sicherheitskonzept zur Stärkung der Resilienz der Bargeldversorgung in Not- und Krisenfällen

Drei Jahre hat ein Verbund aus der Wissenschaft und den wichtigsten Akteuren im Bargeldkreislauf bzw. der Bargeldlogistik, koordiniert durch das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS), den Bargeldkreislauf auf seine Resilienz hin untersucht und über die Zeit Empfehlungen herausgearbeitet, wie dieser widerstandsfähiger gestaltet werden kann. Das Projekt BASIC („Resilienz der Bargeldversorgung – Sicherheitskonzepte für Not- und Krisenfälle“) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms gefördert. Die Ergebnisse wurden nun in Form eines Sicherheitskonzepts veröffentlicht.

Ziel des Konzepts ist es, insbesondere die Geld- und Wertdienstleister – als zentrale Akteure des Bargeldkreislaufs mit Schnittstellen zu allen anderen Akteuren – sowie auch alle anderen Akteure des Bargeldkreislaufs in die Lage zu versetzen, ggf. ihre bestehenden Konzepte zur Notfall- und Krisenvorsorge gemeinsam mit den anderen Marktteilnehmern weiterzuentwickeln, um ihre Arbeitsprozesse weiter abzusichern.

Die Bargeldversorgung in Not- und Krisenfällen

Im Falle einer Naturkatastrophe oder einer vom Menschen verursachten Krise, eines Stromausfalls oder auch eines Ausfalls des IT- und Kommunikationsnetzes funktionieren elektronische Zahlungssysteme in der Regel nicht mehr. Jeder wirtschaftliche Tausch muss in diesen Fällen mithilfe von Bargeld erfolgen. Die Möglichkeit, auch in Not- und Krisenfällen weiter wirtschaften zu können, ist wichtig, damit der Handel einen Anreiz hat, nicht nur seine Türen zu öffnen, um den Warenbestand abzuverkaufen, sondern auch die Regale mit neu bestellten und gelieferten Produkten wieder aufzufüllen. Dr. Tim Stuchtey, geschäftsführender Direktor des BIGS: „Der Handel erbringt so eine notwendige Leistung für die Gesellschaft, um uns alle in Krisenzeiten widerstandsfähiger zu machen, indem die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs aufrechterhalten bleibt. Zugleich werden Rettungsorganisationen durch diesen ganz marktwirtschaftlichen Prozess entlastet. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Versorgung mit Bargeld gesichert ist.“

Glücklicherweise hat Deutschland nur wenig Erfahrung mit Krisen dieses Ausmaßes. Doch die jüngsten Entwicklungen wie der russische Krieg in der Ukraine und Unsicherheiten bei der Energieversorgung haben solche Szenarien wahrscheinlicher werden lassen. Hierauf gilt es, rechtzeitig vorbereitet zu sein.

Schnittstellen besser absichern zur Steigerung der Resilienz

Die Akteure des Bargeldkreislaufs verfügen über eigene Notfall- und Krisenkonzepte. Diese sind in den meisten Fällen auch inhaltlich umfassend aufgestellt. Defizite hingegen bestehen bei der gegenseitigen Berücksichtigung der anderen Akteure in diesen Konzepten bzw. der Kenntnis darüber, wie sich andere Akteure im Not- und Krisenfall verhalten werden. Im Not- und Krisenfall sind daher Probleme bei der Kooperation der Akteure erwartbar, mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung der Bargeldversorgung. Das Verständnis der Bargeldakteure für die Anforderungen der jeweils anderen ist also von zentraler Bedeutung für die erfolgreiche Notfall- und Krisenbewältigung. Daher hat das Sicherheitskonzept diese Schnittstellen in den Fokus gestellt. Florian Graf, Hauptgeschäftsführer der BDGW, erklärte: „Wir sind sehr froh, dass ein so wichtiges Thema, eine so breite Resonanz gefunden. Nun müssen die Geld- und Wertdienstleister in ihrer Rolle als kritische Dienstleister weiter gestärkt werden.“ Michael Mewes, Vorstand der Cash Logistik Security AG und Vorstandsvorsitzender der BDGW, ergänzte: „Ganz entscheidend für einen resilienten Bargeldkreislauf ist der Erhalt der dahinterliegenden Bargeldinfrastruktur. Auch hierfür muss Sorge getragen werden.“

Die optimale Verteilung von Bargeldbezugspunkten

Im Not- und Krisenfällen können häufig nicht mehr alle Bargeldbezugspunkte (Geldautomaten und Filialen der Kreditinstitute) wie gewohnt betrieben werden, da es beispielsweise an notwendigen Ressourcen fehlt (z. B. Personal bei Geld- und Wertdienstleistern) oder Bargeldbezugspunkte ausfallen. Das Konzept verweist daher auf einen von der Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS entwickelten Optimierungsalgorithmus. Dieser gibt eine individuell an die Situation anpassbare Empfehlung, welche Bargeldbezugspunkte im Krisenfall mit hoher Priorität in Betrieb gehalten werden sollten. Mittels mathematischer Optimierung kann somit durch eine faire Abdeckung an Bargeldbezugspunkten und einen optimalen Ressourceneinsatz ein Beitrag dazu geleistet werden, im Krisenfall die Bargeldversorgung bis zum Verbraucher aufrechtzuerhalten.

Verbesserung des Informationsaustauschs und der Kommunikation

Ferner verweist das Konzept auf das Projekt CARE der Deutschen Bundesbank, deren gesetzlicher Sorgeauftrag auch die Bargeldversorgung im Not- und Krisenfall umfasst. „Im Rahmen von BASIC wurde der Grundstein gelegt, um den Informationsaustausch und die Kommunikation bei Störungen, Notfällen und Krisen inkl. eines Lagebildes im Bargeldkreislauf spürbar weiterzuentwickeln“, erklärt Stefan Hardt, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Deutschen Bundesbank. Mit dem Projekt CARE („Cash Resilience“) wird eine Anwendung für Not- und Krisenfälle entwickelt, die in ihrer Endausbaustufe entscheidungsrelevante Daten aller professionellen Bargeldakteure enthält.

Vorstellung der Projektergebnisse

Die Ergebnisse in Form eines Sicherheitskonzepts wurden einem geschlossenen Teilnehmerkreis am vergangenen Freitag, 10.02., in Berlin präsentiert und diskutiert. Das Konzept ist ab sofort auch online verfügbar. Darüber hinaus finden sich auf der Projektwebsite weitergehende Informationen und Projektergebnisse: https://bargeldversorgung.org.

Das Forschungsprojekt BASIC wird von der Bundesregierung im Rahmen des Programms „Forschung für Zivile Sicherheit“ und im Zuge der Bekanntmachung „Zivile Sicherheit – Sozioökonomische und soziostrukturelle Infrastrukturen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Zeitraum Januar 2020 bis März 2023 gefördert.

 

Weitere Informationen

Brandenburgisches Institut für Gesellschaft und Sicherheit
Dr. Tim Stuchtey
E-Mail:
Tel.: 0331 / 704406 – 0

Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste e. V.
Florian Graf
E-Mail:
Tel.: 030 / 2757857 – 00

Cash Logistik Security AG
Tim Hageney
E-Mail:
Tel.: 0211 / 989 698 – 131

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Name: Laura Brouer
E-Mail:
Tel.: 0911 / 58061 – 9562

Deutsche Bundesbank
Ralph Rotzler
E-Mail:




Über die Ziemann Gruppe:

Wir sind eine deutschlandweit aufgestellte, leistungsstarke und werteorientierte Unternehmensgruppe im Sicherheitsmarkt. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 361 Mio.€, über 3.375 Beschäftigten in 36 Betriebsstätten und rund 900 Firmenfahrzeugen sind wir kompetenter und seriöser Sicherheitspartner für Kunden in unterschiedlichen Größenordnungen aus Kreditwirtschaft, Handel und vielen anderen Branchen.

Unsere Kernkompetenzen: Geld- und Werttransport, Kuriertransporte, Betreiben von CashCentern, Full-Service für Selbstbedienungs-Geräteservice im Bereich Cash und Non- Cash, intelligente Cash Management Lösungen, Handel mit Sorten und Edelmetallen, zertifizierte Sicherheitstechnik, zertifizierte VdS-Notruf- und Serviceleitstelle sowie Sicherheitsdienste.


ZIEMANN GRUPPE
Pressereferat
Gewerbestr. 19-23
79227 Schallstadt

Telefon   +49 7664 / 9720 - 0
Fax   +49 7664 / 9720 - 88
E-Mail   info@ziemann-gruppe.de

HRB 703133 Freiburg
Geschäftsführer: Hans-Jörg Hisam (Vorsitzender), Heinz Spiegelmacher, Reiner Hildbrand

Zurück